Samstag, 25. Oktober 2014

Abschied und Neubeginn im Garten


Ein Wandel vollzieht sich im Gewächshaus. Vier Tomatenpflanzen haben bis jetzt ausgehalten. Im Frühjahr liebevoll gepflanzt und dann werden sie nach und nach herausgerissen. 



Da Paprika, Chili und Peperoni immer bis zum ersten Frost noch nicht ganz gereift waren, habe ich in diesem Jahr einige Pflanzen in Töpfe gesetzt. Sie standen bis jetzt im Gewächshaus und werden nun teilweise ins Haus geholt. Diese Pflanze mit den besonders langen Früchten wohnt von nun an bei den Nachbarn. 



Den Platz im Gewächshaus beanspruchen nun andere Dinge wie die Spiralstäbe und die zerlegten Bohnenbögen (eigentlich als Rosenbögen gedacht). Die Bohnen trockenen in den den Kisten oder wie Wäsche auf der Leine.



Die Seitenwände vom kleinen Gewächshaus binde ich immer mit eine Wäscheleine am Dach fest dass die Winterstürme das Häuschen nicht wegfegen.



Einen Teil vom Körneramaranth habe ich nun auch geerntet. Er trocknet auf einem Tuch (siehe auch erstes Foto). So können die Körnchen ausfallen und werden für Suppen, Soßen, Müsli usw. verwendet. 



Ja, so ist es in jedem Jahr, das Aufräumen erzeugt wehmütige Gedanken. 

Heute war mir aber gar nicht traurig zumute. Ich habe nämlich den Frühling gepflanzt.

Mein Blumenzwiebelpaket von  http://www.nebelung.de/ ist angekommen. 



Das Team von Bruno Nebelung hat das ganz perfekt getimet. Heute am Samstag war ich ja zuhause, konnte das Paket in Empfang nehmen und sofort auspacken. Ja und eine Portion Sonnenschein haben sie auch mitgeschickt so dass ich mich bei Licht und Wärme gleich ans einbuddeln gemacht habe.



Da braucht man natürlich noch recht viel Fantasie aber ich denke, dass ich Euch bald bunte Bilder zeigen kann.



Die Hyazinthen setze ich im ersten Jahr nicht in den Garten sondern in eine Schale im Gewächshaus. Wenn dann der Winter sich dem Ende zuneigt, hole ich sie einzeln ins Haus wo sie dann anfangen zu blühen. Dieses Jahr habe ich sie gleich in Töpfchen gesetzt. Diese in der Schale eingesenkt und mit Erde bedeckt. Sie können dann im Vorfrühling einzeln entnommen werden. Das Ergebnis kann man hier klick sehen. Wenn sie verblüht sind setze ich sie in den Garten damit sie weiter wachsen können. 

So und weil wir gerade über den Frühling reden, in einer Gartenecke ist er tatsächlich schon ausgebrochen.



Eine Christrose, eine Primel und Alpenveilchen blühen gemeinsam jetzt im Oktober. 

Dieses vergehen und neu beginnen beschreibt Hermann Hesse so schön in folgendem Gedicht. 
Damit möchte ich allen meinen Lesern einen schönen Abend und einen sonnigen Sonntag wünschen. 

Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!



Kommentare:

  1. Das Rausreißen der Tomaten- und Paprikapflanzen und Aufräumen im Herbst gehört auch nicht zu meinen Lieblingsarbeiten.
    Aber wenn die Sonne scheint und du so herrlich für den Frühling vorarbeiten kannst, ist es doch nicht schlecht. Die Idee mit den Hyazinthen ist gut. Das sollte ich mir auch überlegen.
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,
    Trixi

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  2. Ich habe auch noch Blumenzwiebeln....! Gut, dass du mich daran erinnerst :)
    Hermann Hesse geht nicht immer, aber doch sehr oft, danke!
    Herzlichst
    yase

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  3. das Ende und zu gleich wieder der Neuanfang schöner Übergang für dich und so ist der Wehmut doch nicht so schlimm aus gefallen .. ein wunderbares Gedicht dazu!
    So wünsche ich dir eine gute Zeit im Hause oder auf Wanderschaft!
    Lieben Gruss Elke

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  4. Ein Tröfchen Wehmut gehört irgendwie zu jedem Herbst.
    Sonntagsgrüsse von Erika

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  5. Liebe Marie, das Gedicht ist so wundervoll und passt so gut zu Deinem Post. Es stimmt schon, der Herbst ist die Zeit, in der man so ein bischen wehmütig wird und anfängt, sich zu besinnen, weil man auch die Zeit dafür bekommt, wenn alles beginnt, zu ruhen.
    glg Susanne

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  6. Hallo Marie,
    das Entfernen von abgeernteten Tomatenpflanzen habe ich auch schon erledigt. Ein Versuch, Paprikapflanzen im Haus weiter zu kultivieren, ist gescheitert. Sie haben dem Umzug nicht verkraftet. Also habe ich auch die Paprika alle abgeerntet und die Pflanzen auf den Kompost gegeben.
    Schön, dass bei Dir schon ein kleines bisschen Frühling im Garten ist. Dann ist die Wartezeit auf das nächste Frühjahr nicht zu lange.
    Liebe Grüße von Ingrid

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  7. Danke für die vielen netten Kommentare. Ja Ingrid, das Weiterkultivieren ist nicht einfach. Im letzten Jahr habe ich eine Pflanze durch den Winter gebracht die ich dann im Frühling wieder in den Garten gesetzt habe. Der Vorteil an den Pflanzen in den Töpfen ist halt, dass man sie den Sommer über an die günstigsten Plätze stellen kann und jetzt werden sie ins Haus geholt und in Ruhe abgeerntet.

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  8. Ja, der Herbst ist irgendwie Umbau/Umbruchzeit im Garten.
    Genießen wir nun die Winterruhe.

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  9. Servus Marie Sophie!

    Also ich bin im Herbst weder wehmütig noch traurug daß das Gartenjahr zu Ende geht. Ich brauche die Ruhezeit dringend. Und das war schon immer so, nicht erst jetzt ü50....;-)

    Wir haben was gemeinsam, auch hier trocknen im Glashaus die Bohnen vor sich hin. Die Tomaten stehn noch drinnen, aber nicht mehr lange. Vorbei ist vorbei, die restlichen halbroten sollen im Haus nachreifen.

    Ruhen und rasten wir jetzt einmal und genießen das. Wir brauchen das alle, Pflanzen und Menschen.

    lg Frieda

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  10. Huhu,

    so Schade der Abschied vom Sommer und der warmen Jahreszeit auch ist, da wo etwas zu Ende geht, ist auch immer ein Anfang :) Du erinnerst mich daran, dass ich auch nochmal dringend im Garten aktiv werden sollte... und wenn ich deine vielen Blumenzwiebeln so sehe.. da muss ich wohl auch nochmal los ;)

    Wünsche dir auch noch ein schönes Wochenende ;)

    lg Paultschi

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  11. I can't wait to see your garden on the spring, to see a lot of flower start blooming.

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  12. Liebe Marie,
    also das ist ja mal eine Idee...Die Hyazinthen in Töpfchen zu setzen und nach und nach reinzuholen, muß ich mir unbedingt merken. Danke für den super Tip und auch die anderen Erklärungen, schön zu erfahren wie andere es im Garten so handhaben....
    Herzlichst Flori

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  13. Lovely your garden is, the very hot chillis are my favourite.

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  14. Ich habe im Garten auch schon blühende Himmelschlüssel entdeckt und die Blüte einer Christrose, die aber dann von den Schnecken vertilgt wurde. Ich habe meine Blumenzwiebel von der Firma Nebelung bereits eingegraben, ich bin schon sehr gespannt auf das Ergebnis im Frühling.

    lg kathrin

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