Sonntag, 27. Oktober 2013

Fenchelernte



Die Dolden des Fenchels (Foeniculum) sind in diesem Jahr besonders hoch in den Himmel geragt.




So konnte "kistenweise" geerntet werden.

Da Fencheltee gut schmeckt und bei Husten und Blähungen eingesetzt werden kann, habe ich viele Samen getrocknet. Ich nutze sie auch als Zutat zu meinem "Körnertee", den ich gerne im Winter auf dem Holzherd köcheln lasse. In den Topf kommen dabei je nach Laune und Befinden Anis, Kümmel, Zimt, Süßholzwurzel, Nelken usw. 
Auch habe ich noch ein Glas mit Fenchelsamen in Alkohol eingelegt.


Gestern habe ich den sonnigen Tag weitgehend im Garten verbracht. Bevor die angekündigten Herbststürme eintreffen wollte ich doch noch einiges ernten und aufräumen. Die Gartenmöbel und die Deko sind nun im Trockenen. Die Stangenbohnen sind leider noch nicht alle reif und viele hängen teilweise noch an den Pflanzen. Einige konnten aber geerntet werden und demnächst werde ich hier zeigen welche Vielfalt an Bohnen in diesem Jahr in meinem Garten gewachsenen ist.


Nun sind wieder die Schmetterlingexperten unter Euch gefragt. Dieser bunte Flattermann sonnte sich auf der Blüte der Herbstaster und lies sich von mir fotografieren. Ich kann mich nicht erinnern einen solchen hier schon mal gesehen zu haben.
Nachtrag vom 29.10.: Vielen Dank an Elvira http://trudes-garten.blogspot.de/ Der Schmetterling hat jetzt einen Namen. Es handelt sich um einen C-Falter.


Diese Beeren werden nicht geerntet. Der Bittersüße Nachtschatten (Solanum dulcamara) ist nämlich giftig.


Der Kalifornische Mohn (Eschscholzia californica) leuchtet noch weithin sichtbar mit seinen orangen Blüten.


Nun möchte ich allen meinen Lesern einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen. Momentan scheint hier sogar die Sonne aber in der Nacht haben die Herbststürme schon geübt.





   http://trudes-garten.blogspot.de/

Dienstag, 22. Oktober 2013

"Kapern" aus Kapuzinerkressesamen


Dass die Kapuzinerkresse in meinem Garten diesem Jahr richtig kräftig gewachsen ist, habe ich schon erzählt. Der Anblick ist natürlich auch schon schön aber mit dieser Pflanze kann man noch mehr machen. Schon länger wollte ich mal "falsche Kapern" einlegen hatte aber nie genug Samen. So begann ich nun, diese ganze Wildnis nach unreifen Samen zu durchwühlen. Diese kommen zwar im Dreierpack, der hängt aber an einem langen Stiel und baumelt irgendwo zwischen den großen Blättern herum.  


Die geernteten Kugeln wurden dann sauber gewaschen, von anhaftenden Blütenblättern befreit und in ein Glas  gefüllt.


Dazu kam grobes Salz und Wasser. Jetzt musste alles erst einmal 24 Stunden gut durchziehen. Dann wurde das Salzwasser durch Essig ersetzt. Nun heißt es ca. sechs Wochen warten bis gekostet werden kann.




Nach dieser Arbeit nun zur Entspannung noch eine Herbstabendstimmung an einem See. Um welchen See es sich handelt, könnt Ihr ablesen wenn das Schiff an Euch vorbeifährt.






Wer nun genug gesehen hat, der kann es so machen wie dieser Seebewohner.



Mittwoch, 16. Oktober 2013

Treppenbesetzung

Eine bunte Gesellschaft hat es sich auf der Treppe bequem gemacht.


Hokkaido Kürbisse sind in diesem Jahr in meinem Garten Mangelware. Dafür sind die Butternut (unten recht und oben rechts) ganz gut gewachsen. Oben links, Blue Hubbard ist eine amerikanische Sorte. 

Sorge bereiten mir die Glockenchilie Bishops Crown. Ob die wohl noch vor dem Frost reif werden?


Dafür haben es diese Stangenbohnen fast geschafft.


Richtig gewuchert ist die Kapuzinerkresse (Troaelum). Zuerst war sie recht zickig aber seit es kühler und regnerischer geworden ist, wird der Weg zum Gewächshaus jeden Tag etwas enger und bald ist Storchengang angesagt.




In diesem Jahr gibt es ja sehr viele Pilze. Sie sprießen einfach zwischen dem Gras aus der Wiese. Diese hier sind ja besonders dreist und haben sich einfach zu den großen Pilzen hingemogelt.


Ein wenig Farbe gibt es auch noch im Garten.
Storchenschnabel Rozanne erfreut mit ihrem Violett.



Die Mexikanische Sonnenblume (Thitonia) zeigt sich in leuchtendem Orange. Den Hintergrund füllt die Fetthenne (Sedum).


Nicht zu übersehen sind die Herbstastern, die in verschiedenen Farbtönen gute Laune und Leichtigkeit verbreiten.


Nun zum Schluss noch eine Sonnenuhr als Nachtrag zum letzten Post.


Sie ist an der Kirche St. Michael in Schwäbisch Hall. Auf der Treppe davor, auf den 53 Stufen finden in jeden Sommer die bekannten Freilichtspiele statt.






Bedenk o Mensch wie schnell die Stunden dahinfahren...


Lasst sie uns ein wenig anhalten oder zumindest abbremsen und die Schönheit des Herbstes genießen.




Mittwoch, 9. Oktober 2013

Herbstlicht auf den Sonnenuhren

Sonnenuhren finde ich genial. Sie sind oft wahre Kunstwerke und werden mit Sonnenenergie betrieben was ja momentan im Trend liegt. Das wiegt doch den kleinen Nachteil, dass sie nur tagsüber und bei Sonnenschein funktionieren, auf. Wenn wir zu anderen Zeiten wissen wollen was die Stunde geschlagen hat, schauen wir halt auf die Kirchturmuhr, Armbanduhr oder zücken, ganz modern, das Handy.

Bevor sich, wie Rainer Maria Rilke schreibt, der Schatten auf die Sonnenuhren legt, habe ich noch welche fotografiert.


Rainer Maria Rilke

Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.


Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.


Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben. 




Dieses besonders schöne Exemplar ziert die Wand der Kirche vom Kloster Maihingen (im Ries, nahe Nördlingen). Sie ist vom Innenhof aus zu sehen und deswegen nicht sehr bekannt.




Barockkirche Maihingen von Osten her gesehen.



Innenansicht dieser schönen Kirche.




Das ist die Sonnenuhr am Turm der gotischen Kirche St.-Georg in Dinkelsbühl. 





Ganz nobel geht es in Rothenburg zu. Da haben sich die Baumeister die Mühe gemacht gleich drei gleiche Sonnenuhren an den einzelnen Seiten des Turmes anzubringen.






Ich jedenfalls würde gerne momentan alle Uhren anhalten und ich möchte noch keine Schatten auf den Sonnenuhren haben da es im Garten noch so viel Unreifes gibt. Da wären die zwei (oder besser noch mehrere) südlicheren Tage, die die Früchte zur Vollendung drängen, wie Rilke so schön schreibt doch richtig gut, so dass einige es doch noch schaffen vor dem Frost zur Reife zu kommen. 

Freitag, 4. Oktober 2013

Gemüse in der Oktobersonne

Gestern am Feiertag war ja ein typischer Herbsttag. Die bunten Farben haben geleuchtet aber es wehte ein recht kalter Wind.


Das Gemüse schmeckt nicht nur gut und ist gesund, es erfreut mit seinen leuchtenden Farben auch das Auge.


Dieser kleine Kerl ist ganz schön scharf.


Dafür sind diese leuchtend orangen Zapfen richtig fein, knackig und süß.


Während diese reichlich tragen aber doch etwas fade schmecken.


Die kleinen Gelben reifen schnell und sind auch sehr dekorativ.


Auch diese glänzende Schönheit kann sich doch sehen lassen.


Ja, es macht schon Freude durch den Garten zu gehen und zu ernten. Es ist der Lohn für alle Arbeiten die seit der Aussaat getan werden mussten. Unzählige Gießkannen voller Wasser wurden beispielsweise geschleppt bevor nun diese Gesellen in der Sonne um die Wette strahlen.


Abend im Frühherbst
Weit ausgegossen liegt das breite Land.
Der Himmel taucht den Scheitel noch ins Licht,
Doch seitlich hebt gelassen eine Hand
Die dunkle Maske Nacht ihm ins Gesicht.
Viel fette Lämmer weiden auf der Flur,
In Gärten steht das Kraut in seiner Fülle,
Herbstwälder ziehn als eine goldne Spur,
Am Baum die Frucht glänzt prall in ihrer Hülle.
Es ist der letzte dieser kurzen Tage:
All Ding steht reif und rund und unbewegt
Schwebend in sich gebannt wie eine Waage,
Die Tod und Leben gleichgewichtig trägt.

Maria Luise Weissmann, 1899-1929